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Liebe Leserin,
lieber Leser,

wir wollen richtig erfolgreich sein!

 

Hört sich das nicht nach einem antiquierten Geschäftsführer an, der ausschließlich an wirtschaftlichem Erfolg interessiert ist? Mit richtig erfolgreich sein meine ich etwas anderes. Wir wollen auf die richtige Weise erfolgreich sein. Es geht darum, das Richtige zu tun und verantwortlich zu handeln.

Nachhaltigkeit ist nicht erst seit ein paar Jahren wichtig für uns Hochländerinnen und Hochländer. Dass wir Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Enkel übernehmen, war in einem Familienunternehmen schon immer selbstverständlich. Und dass Natur und Umwelt eine besondere Bedeutung für uns haben, ergibt sich bereits aus unserem wichtigsten Rohstoff, der Milch. Seit einigen Jahren fassen wir unsere ökonomischen, ökologischen und sozialen Bestrebungen unter dem Begriff der Nachhaltigkeit zusammen.

Warum setzen wir auf Nachhaltigkeit? Es gibt klare Zusammenhänge. Wir wissen, dass wir nur dann langfristig ökonomisch erfolgreich sein können, wenn wir auch ökologisch und sozial sinnvoll handeln. Gerade den sozialen Bereich dürfen wir im Bemühen um Nachhaltigkeit nicht vernachlässigen. Dazu verabschieden wir uns von Dogmen und suchen den gemeinsamen Blick aufs Ganze. Wir sprechen mit Landwirten, Lieferanten, Kunden, Handel und NGOs auf Augenhöhe, um unsere Position zu Nachhaltigkeitsfragen zu vermitteln und die Erwartungen der Stakeholder an unser Unternehmen zu erfahren. Wir wollen Haltung zeigen, sowohl intern als auch extern. Uns geht es darum, Nachhaltigkeit gemeinsam voranzubringen. Das funktioniert nur Schritt für Schritt. Aber diese Schritte wollen wir konsequent gehen und mit Hochland Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit sein.

Seit dem letzten Bericht haben wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt und mit der Umsetzung der ersten sechs Handlungsfelder begonnen. Wie bereits erwähnt, ist unser größter Hebel in Bezug auf Nachhaltigkeit gleichzeitig unser wichtigster Rohstoff: Die Milch.

Besonders stolz bin ich deshalb auf Fortschritte, die wir zusammen mit Milchlieferanten und Handelskunden erreichen konnten. Verbote von Totalherbiziden und Plastik aus Biogasanlagen auf den Feldern unserer Milcherzeuger sowie unser erster Käse mit dem Label des Deutschen Tierschutzbundes sind für mich persönliche Highlights. Aber auch Verbesserungen in Ergonomie und Arbeitssicherheit sind wichtige Schritte auf unserem Weg.

Das klingt alles sehr positiv. Ganz so einfach ist Nachhaltigkeit jedoch nicht. Manchmal müssen wir kurzfristige Nachteile in Kauf nehmen, um langfristig einen positiven Effekt zu erzielen. Es gibt auch konkrete Rückschläge. Die Vermeidung oder Reduzierung von Kunststoffen ist nicht in allen Bereichen möglich – aber wir arbeiten weiterhin daran.

Aktuell sehen wir unsere größte Herausforderung darin, Hochlands CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. In den kommenden Jahren wird uns die weitere Reduzierung von Kunststoffen, die Entwicklung und Vermarktung von nachhaltigen Milchqualitäten in unseren Produkten, der Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung bei unseren Milcherzeugern sowie Gesundheit und Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigen. Dabei nehmen wir die Bereiche mit den größten Auswirkungen zuerst in Angriff. Wir versuchen also weiterhin, das Richtige zu tun, um auch weiterhin richtig erfolgreich zu sein.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

 

Volker Brütting, Geschäftsführer



Hochland Deutschland

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Anfänge und Entwicklung

Hochlands Geschichte beginnt im Jahr 1927, als die verschwägerten Herren Summer und Reich ein Käsewerk gründen, um Schmelzkäse zu produzieren. 1942 fusioniert Hochland mit der Konservenkäsefabrik Fuchs. Alle drei Firmeninhaber – Georg Summer, Robert Reich und Franz Fuchs – verbindet der gleiche Pioniergeist und die Begeisterung für das gemeinsame Unternehmen. Im Lauf der Jahrzehnte wächst Hochland, auch über die Landesgrenzen hinaus.

Unternehmensgruppe

Die heutige Hochland SE ist weiterhin ein Familienunternehmen mit Sitz in Heimenkirch im Allgäu. Seit seinen Anfängen konzentriert sich das Unternehmen auf die Herstellung, die Veredelung und den Vertrieb von Käse. Mit mehr als 5.200 Mitarbeitenden hat die Hochland SE im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 1,59 Milliarden Euro erwirtschaftet. Damit gehört die Unternehmensgruppe zu den größten Herstellern und Veredlern von Käse in Europa. National und international bedient die Hochland-Gruppe alle bedeutenden Käsesegmente. Neben den deutschen Werken gibt es weitere dezentral geführte Produktionsstätten für Käse in Frankreich, Spanien, Polen, Rumänien, Russland und den USA. Käse aus dem Hause Hochland wird in rund 30 Ländern vertrieben. Darüber hinaus entwickelt, produziert und vertreibt die Tochterfirma E.V.A. GmbH pflanzliche Käse-Alternativen. Zur Hochland-Gruppe gehört außerdem die Maschinenbaufirma Hochland Natec. Sie ist spezialisiert auf den Bau von Maschinen zur Herstellung, Bearbeitung und Verpackung von Schmelzkäse.

Hochland Deutschland GmbH

Die Hochland Deutschland GmbH wurde im Jahr 2007 als Tochterunternehmen der damaligen Hochland AG – seit 2010 Hochland SE – gegründet. Hochland Deutschland ist für die Herstellung aller Produkte verantwortlich, die das deutsche Markengeschäft, das Geschäftsfeld Food Service sowie das globale Private Label Geschäft betreffen. Der Vertrieb für den Bereich Private Label erfolgt durch eine eigenständige Gesellschaft. Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht bezieht sich, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, stets auf die Hochland Deutschland GmbH. An den Standorten Heimenkirch im Allgäu und Schongau in Oberbayern sind zusammen mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 2019 blickte Hochland Deutschland auf eine Absatzmenge von insgesamt rund 172 000 Tonnen, dies entspricht einem Zuwachs von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen vertreibt bekannte Käsemarken wie Hochland, Almette, Valbrie, Patros, Grünländer und Gervais. Zum Portfolio gehören Schmelzkäse, Hart- und Schnittkäse, Frischkäse, Käse in Salzlake, körniger Frischkäse und Kräuterquark. Der Standort Heimenkirch ist kein milchverarbeitender Betrieb im klassischen Sinn. Als Rohwaren dienen hier verschiedene Käsesorten, die weiterverarbeitet und veredelt werden, in erster Linie zu Schmelzkäse sowie zu Hart- und Schnittkäse. Das Werk in Schongau ist eine der bedeutenden Fertigungsstätten für Weißkäse und Frischkäse in Europa. Hochland Deutschland ist mit seinen Markenprodukten im Lebensmitteleinzelhandel vertreten, stellt aber auch Produkte für Eigenmarken des Handels her. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen Lebensmittelindustrie und Gastronomie mit speziell entwickelten Produkten in allen gewünschten Angebotsformen.